Kennzahlen in der Pflege sind messbare Größen, die den Zustand und die Entwicklung einer Einrichtung oder eines Dienstes sichtbar machen. Sie dienen der internen Steuerung, dem Vergleich zwischen Wohnbereichen oder Standorten sowie der Vorbereitung von Entscheidungen der Leitung und des Trägers.
Grundlagen
Anders als etwa Qualitätsindikatoren, die für stationäre Einrichtungen gesetzlich vorgegeben und einrichtungsübergreifend veröffentlicht werden, sind viele betriebswirtschaftliche Kennzahlen in der Pflege nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern Ergebnis des einrichtungsinternen Controllings. Typische Kennzahlen sind die Belegungsquote, die Fluktuationsrate im Personal, die Krankheitsquote, der Pflegegradmix der Bewohnerinnen und Bewohner, die Personalkostenquote sowie qualitätsbezogene Größen wie Sturz- oder Dekubitusraten.
Bedeutung für die Praxis
Für Leitungen sind Kennzahlen die Grundlage, um wirtschaftliche und fachliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, etwa eine sinkende Auslastung, eine steigende Fluktuation oder einen wachsenden Anteil höherer Pflegegrade, der die Personalbemessung beeinflusst. Kennzahlen werden regelmäßig erhoben, in Berichten aufbereitet und mit Vorperioden oder Zielwerten verglichen, um Handlungsbedarf zu erkennen, bevor sich Probleme in der Versorgung oder im wirtschaftlichen Ergebnis zeigen. Wichtig ist dabei, Kennzahlen im Zusammenhang zu betrachten: Eine isoliert niedrige Personalkostenquote kann auf Effizienz hindeuten, aber auch auf Unterbesetzung, die sich erst zeitversetzt in Qualitäts- oder Fluktuationskennzahlen zeigt.
Abgrenzung
Kennzahlen in der Pflege sind von den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsindikatoren zu unterscheiden, die einem standardisierten, extern überprüften Verfahren folgen und veröffentlicht werden. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind demgegenüber einrichtungsindividuell wählbar und dienen in erster Linie der internen Steuerung, auch wenn beide Kennzahlenarten im Pflegemanagement zusammen betrachtet werden sollten, um wirtschaftliche und fachliche Entwicklung nicht getrennt zu bewerten.
| Kennzahl | Aussage |
|---|---|
| Belegungsquote | Anteil belegter Plätze an den verfügbaren Plätzen |
| Fluktuationsrate | Anteil der im Betrachtungszeitraum ausgeschiedenen Mitarbeitenden |
| Personalkostenquote | Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten |
| Pflegegradmix | Verteilung der Bewohnerinnen und Bewohner auf die Pflegegrade |
Kennzahlen entfalten ihren Nutzen erst im regelmäßigen Vergleich: über die Zeit, zwischen Wohnbereichen oder gegenüber vereinbarten Zielwerten. Viele Träger fassen die wichtigsten Größen in einem monatlichen Berichtswesen zusammen, das Einrichtungsleitung, Pflegedienstleitung und Trägerebene gemeinsam nutzen, um frühzeitig gegenzusteuern, statt erst am Jahresende auf Abweichungen zu reagieren.