Qualitätsindikatoren sind messbare Kennzahlen, die Rückschlüsse auf die Ergebnis-, Prozess- oder Strukturqualität der pflegerischen Versorgung erlauben. In der stationären Langzeitpflege gehören dazu etwa die Erhaltung der Mobilität, das Auftreten von Dekubitus, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Schmerzeinschätzung und der Einsatz freiheitsentziehender Maßnahmen.
Rechtlicher Rahmen
§ 113 SGB XI verpflichtet dazu, wissenschaftlich fundierte Instrumente zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der Pflege zu entwickeln. Auf dieser Grundlage hat der Qualitätsausschuss Pflege ein Verfahren zur internen Qualitätssicherung mit Qualitätsindikatoren für die stationäre Langzeitpflege eingeführt. Ergänzend bewertet der Medizinische Dienst im Rahmen der externen Qualitätsprüfung nach § 114 SGB XI weitere Qualitätsbereiche anhand von Stichproben und Bewohnergesprächen.
Bedeutung für die Praxis
Qualitätsbeauftragte und Einrichtungsleitungen erheben die Indikatoren in festgelegten Abständen und werten sie im internen Qualitätsmanagement aus. Auffällige Ergebnisse, etwa eine steigende Sturzhäufigkeit oder Dekubitusrate, lösen eine Ursachenanalyse aus und münden im PDCA-Zyklus in konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Die Ergebnisse fließen zudem in die für Angehörige und Interessierte zugängliche Qualitätsdarstellung der Einrichtung ein und wirken sich damit auch auf die öffentliche Wahrnehmung aus.
Abgrenzung
Qualitätsindikatoren als Kennzahlen zur Ergebnisqualität sind von Expertenstandards zu unterscheiden, die fachliche Handlungsanleitungen für einzelne Pflegephänomene wie Dekubitus oder Sturz vorgeben. Von der MD-Qualitätsprüfung unterscheiden sie sich dadurch, dass sie primär der internen Steuerung dienen, während die MD-Qualitätsprüfung die externe, unabhängige Bewertung der Einrichtung vornimmt; beide Verfahren beziehen sich jedoch aufeinander.
Ausgewählte Indikatorbereiche
| Bereich | Beispiel |
|---|---|
| Mobilität | Erhaltung oder Verschlechterung der Beweglichkeit im Zeitverlauf |
| Dekubitus | Auftreten eines neuen Dekubitus seit dem letzten Erfassungszeitpunkt |
| Gewicht | Unbeabsichtigter Gewichtsverlust |
| Schmerz | Aktuelle Schmerzeinschätzung und deren Verlauf |
| Freiheitseinschränkung | Häufigkeit freiheitsentziehender Maßnahmen |
Die Einrichtung erhebt diese Angaben für jede Bewohnerin und jeden Bewohner in festgelegten Abständen und übermittelt die Daten zur Auswertung. Aus dem Vergleich der eigenen Werte mit dem Durchschnitt vergleichbarer Einrichtungen lassen sich Hinweise auf Verbesserungspotenzial ableiten, ohne dass einzelne Abweichungen für sich genommen bereits einen Qualitätsmangel belegen. Entscheidend für die Aussagekraft ist eine sorgfältige und einheitliche Erhebung, da unterschiedliche Einschätzungsmaßstäbe innerhalb eines Teams die Vergleichbarkeit der Werte über die Zeit sonst verzerren würden.