Qualitätsmanagement in der Pflege

Auch: QM in der Pflege

Qualitätsmanagement in der Pflege umfasst alle organisierten Maßnahmen, mit denen eine Einrichtung die Qualität der Versorgung plant, sichert, überprüft und weiterentwickelt. Es ist für zugelassene Pflegeeinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben.

Qualitätsmanagement in der Pflege bezeichnet die Gesamtheit organisierter Verfahren, mit denen eine Einrichtung festlegt, wie Versorgung ablaufen soll, wie diese Standards überprüft werden und wie Abweichungen bearbeitet werden. Dazu gehören ein dokumentiertes Regelwerk, verantwortliche Personen und wiederkehrende Prüf- und Verbesserungsschritte. Ziel ist eine gleichbleibend sichere und fachlich fundierte Pflege unabhängig von einzelnen Mitarbeitenden. Qualitätsmanagement schließt neben der pflegerischen Versorgung im engeren Sinn auch angrenzende Bereiche wie Hygiene, Ernährung, Medikamentenmanagement und den Umgang mit Beschwerden ein.

Rechtlicher Rahmen

Nach § 112 und § 113 SGB XI sind zugelassene Pflegeeinrichtungen verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement zu betreiben und die vereinbarten Qualitätsmaßstäbe einzuhalten. Ergänzend regeln die Qualitätsdarstellungsvereinbarungen und die Prüfrichtlinien des Medizinischen Dienstes, wie die Einhaltung extern überprüft wird. Ein eigenes zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach einer Norm wie DIN EN ISO 9001 ist nicht vorgeschrieben, wird von manchen Trägern aber freiwillig ergänzend eingeführt. Für Pflegefachpersonen ist zudem die Umsetzung der vom DNQP veröffentlichten Expertenstandards Teil der fachlich anerkannten Qualität.

Bedeutung für die Praxis

In der Praxis besteht Qualitätsmanagement aus mehreren ineinandergreifenden Bausteinen: einem Qualitätshandbuch mit Verfahrensanweisungen, internen Audits, einem Beschwerdemanagement, einer systematischen Fehler- und Risikoerfassung sowie regelmäßigen Fortbildungen. Qualitätsbeauftragte koordinieren diese Bausteine und bereiten Kennzahlen für die Einrichtungsleitung auf. Verbesserungen werden häufig nach dem PDCA-Zyklus bearbeitet: Ein Problem wird analysiert, eine Maßnahme erprobt, das Ergebnis geprüft und bei Erfolg dauerhaft im Ablauf verankert. Belastbare Qualitätsindikatoren, etwa zu Sturzereignissen oder Dekubitusraten, liefern dafür die Datengrundlage und dienen zugleich der externen Qualitätsdarstellung. Ein regelmäßiges Berichtswesen an die Einrichtungsleitung sorgt dafür, dass Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und nicht erst bei der nächsten externen Prüfung sichtbar werden.

Abgrenzung

Internes Qualitätsmanagement ist von der externen Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst zu unterscheiden. Während das interne Qualitätsmanagement eine dauerhafte Aufgabe der Einrichtung selbst ist, prüft der Medizinische Dienst in regelmäßigen Abständen von außen, ob die vereinbarten Qualitätsmaßstäbe eingehalten werden. Ein funktionierendes internes Qualitätsmanagement ist die Voraussetzung dafür, dass diese externen Prüfungen ohne größere Beanstandungen verlaufen, weil viele Prüfpunkte genau die Verfahren betreffen, die das interne Qualitätsmanagement ohnehin dokumentieren sollte.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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