DNQP steht für das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege, einen Zusammenschluss von Hochschulen, Fachgesellschaften und Praxiseinrichtungen mit Sitz an der Hochschule Osnabrück. Das Netzwerk entwickelt, aktualisiert und implementiert Expertenstandards, die den fachlichen Rahmen für zentrale Pflegethemen wie Dekubitusprophylaxe, Sturzprophylaxe, Schmerzmanagement oder Entlassungsmanagement setzen.
Grundlagen
Das DNQP arbeitet nicht auf gesetzlicher Grundlage, sondern als fachwissenschaftliches Gremium. Seine Expertenstandards gelten dennoch als maßgeblicher Ausdruck des allgemein anerkannten Standes pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse im Sinne des SGB XI und werden vom Medizinischen Dienst bei Qualitätsprüfungen als Prüfmaßstab herangezogen. Die Entwicklung eines Standards folgt einem festgelegten Verfahren aus Literaturanalyse, Konsensuskonferenz mit Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie modellhafter Implementierung in ausgewählten Einrichtungen, bevor die bundesweite Einführung erfolgt.
Bedeutung im Pflegemanagement
Für Qualitätsbeauftragte und Einrichtungsleitungen bilden die Expertenstandards des DNQP die fachliche Grundlage für interne Verfahrensanweisungen, Fortbildungskonzepte und die Ausgestaltung der Pflegedokumentation. Ein zentraler Bestandteil jedes Standards sind Auditinstrumente, mit denen Einrichtungen die eigene Umsetzung überprüfen können, bevor eine externe Prüfung durch den Medizinischen Dienst erfolgt. Da die Standards regelmäßig aktualisiert werden, gehört die Beobachtung neuer Fassungen zu den laufenden Aufgaben des Qualitätsmanagements einer Einrichtung. Für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender dienen die Standards zudem als einheitlicher fachlicher Bezugsrahmen unabhängig vom Ausbildungsjahrgang.
Abgrenzung
Expertenstandards des DNQP sind von gesetzlichen Vorgaben zu unterscheiden: Sie sind keine Rechtsnorm, entfalten aber über die Rechtsprechung und die Prüfpraxis des Medizinischen Dienstes faktische Bindungswirkung. Vom Qualitätsmanagementsystem einer Einrichtung, das organisatorische Abläufe insgesamt regelt, unterscheiden sich die Standards durch ihren engen fachlichen Fokus auf einzelne Pflegephänomene.
Neben Pflegeeinrichtungen greifen auch Ausbildungsstätten und Studiengänge im Pflegemanagement auf die Expertenstandards zurück, da sie ein gemeinsames fachliches Vokabular für Risikoeinschätzung, Maßnahmenplanung und Evaluation liefern. Für Führungskräfte, die eine Einrichtung neu übernehmen oder ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem weiterentwickeln, bilden die veröffentlichten DNQP-Standards häufig den Ausgangspunkt für die Überarbeitung interner Verfahrensanweisungen, weil sie bereits evaluiert und breit anerkannt sind.
Neben den etablierten Standards zu Themen wie Sturzprophylaxe, Schmerzmanagement oder Entlassungsmanagement veröffentlicht das DNQP auch Grundlagenwerke zur Methodik der Standardentwicklung, die selbst als Referenz für andere pflegewissenschaftliche Projekte dienen. Für Einrichtungen empfiehlt sich eine feste Verantwortlichkeit, meist bei der Qualitätsbeauftragten oder dem Qualitätsbeauftragten, die neue oder überarbeitete Standards sichtet und deren Einführung im Haus koordiniert.