Fachkräftemangel in der Pflege

Fachkräftemangel in der Pflege bezeichnet die anhaltende Situation, dass offene Stellen für Pflegefachpersonen über längere Zeit nicht oder nur verzögert besetzt werden können, weil das Bewerberangebot die Nachfrage nicht deckt.

Fachkräftemangel in der Pflege bezeichnet die anhaltende Situation, dass offene Stellen für Pflegefachpersonen über längere Zeit nicht oder nur verzögert besetzt werden können, weil die Zahl qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber die Nachfrage der Einrichtungen nicht deckt. Betroffen sind ambulante Dienste, Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen gleichermaßen.

Grundlagen

Der Gesetzgeber reagiert mit mehreren Instrumenten: Die generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz soll den Beruf durch einen einheitlichen Abschluss und bessere Durchlässigkeit attraktiver machen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erleichtert die Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse und damit die internationale Personalgewinnung. Verfahren zur Personalbemessung in der Pflege, etwa PPR 2.0 im Krankenhaus oder das Verfahren nach § 113c SGB XI in der stationären Langzeitpflege, sollen den tatsächlichen Personalbedarf sichtbar machen, auch wenn ihre vollständige Umsetzung teilweise noch aussteht.

Bedeutung für die Praxis

Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen müssen Personalgewinnung, Bindung und kurzfristigen Ausgleich aktiv steuern: durch Kooperationen mit Praxisanleitern in der Ausbildung, durch Unterstützung bei der Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse und durch ein Ausfallmanagement, das Personalengpässe im Dienstplan auffängt. Leiharbeit in der Pflege wird häufig zur kurzfristigen Kompensation eingesetzt, verursacht jedoch höhere Kosten und kann die Kontinuität in den Teams beeinträchtigen. Hohe Arbeitsbelastung und Burnout wirken dem Personalerhalt entgegen, weshalb Personalentwicklung und ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement an Bedeutung gewinnen.

Abgrenzung

Fachkräftemangel beschreibt das strukturelle Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt und ist von der Personalbemessung zu unterscheiden, die als methodisches Verfahren den rechnerischen Bedarf einer Einrichtung ermittelt. Vom Ausfallmanagement unterscheidet er sich dadurch, dass Ausfallmanagement die kurzfristige, operative Reaktion auf einzelne Personalausfälle im laufenden Dienstplan bezeichnet, während Fachkräftemangel die längerfristige Angebotslücke am Arbeitsmarkt beschreibt.

Handlungsfelder der Einrichtungsleitung

In der Praxis wirken mehrere Handlungsfelder zusammen: Ausbildung und praxisintegrierte Qualifizierung sichern langfristigen Nachwuchs, internationale Personalgewinnung erschließt zusätzliche Bewerberkreise, und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung verringern die Fluktuation im Bestand. Keines dieser Felder wirkt für sich allein ausreichend; Einrichtungen, die alle drei Bereiche parallel bearbeiten, sind auf dem angespannten Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß handlungsfähiger als Einrichtungen, die sich auf ein einzelnes Instrument verlassen. Auch das Arbeitgeberimage und die Außendarstellung einer Einrichtung, etwa über gezieltes Marketing für Pflegeeinrichtungen, spielen für die Gewinnung neuer Mitarbeitender eine wachsende Rolle.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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