Palliative Care bezeichnet den von der Weltgesundheitsorganisation geprägten, umfassenden Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen, Patienten und ihren Familien angesichts einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Der Ansatz verbindet frühzeitige Erfassung, Einschätzung und Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen mit psychosozialer und spiritueller Begleitung und schließt körperliche, psychische, soziale und spirituelle Dimensionen ein.
Grundlagen
Palliative Care ist zunächst ein fachlich-konzeptioneller Begriff der Weltgesundheitsorganisation und keine eigene deutsche Rechtsnorm. In der deutschen Versorgungslandschaft wird der Ansatz über mehrere gesetzlich geregelte Bausteine umgesetzt, insbesondere über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung nach § 37b SGB V und die stationären und ambulanten Hospizleistungen nach § 39a SGB V (Stand: September 2026). Palliativpflege als pflegerischer Teilbereich setzt diesen Ansatz im pflegerischen Alltag um.
Bedeutung für die Praxis
Für Leitungen in der stationären und ambulanten Pflege bedeutet Palliative Care, dass die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen nicht erst in den letzten Lebenstagen einsetzt, sondern frühzeitig in die Pflegeplanung einbezogen wird, sobald eine lebensbedrohliche Erkrankung erkennbar ist. Dazu gehören die Einbindung von Ärztinnen und Ärzten sowie spezialisierten Palliativdiensten, ein systematisches Schmerzmanagement, die Berücksichtigung von Patientenverfügungen und der Wünsche der betroffenen Person sowie die Unterstützung von Angehörigen, häufig mit Beteiligung von Ehrenamtlichen aus dem Hospizbereich. Einrichtungsleitungen verantworten, dass Personal in palliativer Basisversorgung geschult ist und dass Kooperationsvereinbarungen mit spezialisierten Diensten bestehen, damit im Bedarfsfall zeitnah zusätzliche Unterstützung angefordert werden kann. Auch die Kommunikation über Prognose und Versorgungsziele mit der betroffenen Person und ihren Angehörigen gehört zum Ansatz, ebenso wie die frühzeitige Auseinandersetzung mit einer vorhandenen oder noch zu erstellenden Patientenverfügung, damit Entscheidungen am Lebensende dem tatsächlichen Willen der Person entsprechen.
Abgrenzung
Palliative Care ist der übergeordnete, international geprägte Ansatz, während Palliativpflege dessen pflegerische Umsetzung im konkreten Versorgungsalltag beschreibt. Vom Hospiz als Ort oder Angebot der Sterbebegleitung unterscheidet sich Palliative Care als fachliches Konzept, das unabhängig vom Versorgungsort, also auch in der stationären Langzeitpflege oder zu Hause, angewendet werden kann. Von der kurativen Behandlung, die auf Heilung der Grunderkrankung zielt, grenzt sich Palliative Care durch den Fokus auf Symptomlinderung und Lebensqualität ab, ohne dass beide Ansätze sich in der Übergangsphase zwingend ausschließen.